Viele Menschen mit Adipositas leben auch mit Lipödem. Aber nicht jeder Mensch, der allein durch ein Lipödem ein hohes Körpergewicht hat, leidet automatisch an Adipositas – auch wenn der BMI etwas anderes vermuten lässt.
Ein Lipödem entsteht unabhängig vom Lebensstil. Es ist nicht nur eine Fettverteilungsstörung, sondern auch eine krankhafte Veränderung der Fettzellen. Diese speichern vermehrt Wasser, was zu schmerzhaften Schwellungen führt. Typisch sind Berührungs- und Spontanschmerzen, eine Neigung zu blauen Flecken, Spannungsgefühle sowie Veränderungen der Hautoberfläche mit Dellen und Beulen. Die Schwellungen können im Tagesverlauf zunehmen.
Erschöpfung, Bewegungseinschränkungen, soziale Isolation und psychische Belastungen können Folgen davon sein. Fast ausschließlich Frauen sind betroffen. Häufig tritt das Lipödem in Phasen hormoneller Umstellung auf. Zum Beispiel in der Pubertät, in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren. Eine familiäre Veranlagung wird vermutet.
Schmerzen, Bewegungseinschränkungen und hormonelle Einflüsse können zusätzlich eine Gewichtszunahme begünstigen. Was von außen wie fehlende Disziplin wirkt, hat oft körperliche Ursachen.
Adipositas ist eine eigenständige Erkrankung. Sie entsteht durch viele Faktoren wie genetische Veranlagung, Hormone, Stoffwechsel, Medikamente, psychische Belastungen und Lebensumstände. Beim Lipödem kommen die krankhafte Veränderung der Fettzellen und die schmerzhafte Wassereinlagerung hinzu. Adipositas und Lipödem beeinflussen sich gegenseitig und sollten gemeinsam betrachtet werden.
Wichtig ist der Unterschied zwischen normalem Fettgewebe und Lipödemfett. Lipödemfett gilt als diätresistent, was nicht bedeutet, dass eine Lipödemfettzelle nicht grundsätzlich auf eine verminderte Kalorienzufuhr mit einer Größenreduktion reagiert, sondern dasss sie dadurch nicht die Eigenschaft verliert, schmerzhaft Wasser einzulagern. Die typische, fehlproportionierte Körperform und die Beschwerden bleiben häufig bestehen.
Viele Betroffene erleben, dass sich beim Abnehmen vor allem Oberkörper oder Gesicht verändern, während Arme oder Beine nahezu gleich bleiben. Die Waage zeigt weniger an, aber der Körper wirkt ähnlich. Das bedeutet nicht, dass nichts passiert. Weniger normales Fett entlastet Herz, Gelenke und Stoffwechsel. Manche spüren ein geringeres Druckgefühl und mehr Beweglichkeit. Nicht, weil das Lipödem verschwindet, sondern weil der Körper insgesamt entlastet wird.
Wichtig ist auch der Umgang mit sich selbst. Hungern und Zwang schaden oft mehr, als sie helfen. Ernährung und Bewegung sollen unterstützen, nicht den Körper bekämpfen. Ziel ist mehr Lebensqualität, weniger Belastung und mehr Kraft für den Alltag. Nicht eine bestimmte Zahl auf der Waage.
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Agaplesion Diakonieklinikum
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Gruppenleitung: Sascha Pies, M. A.
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